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NS-Zwangsarbeit am Erzberg (Steiermark) 
 
 
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Erzberg Diskurse 13 - Wassermannsage

Projekt Eisenerz (2001) 
 
(C) Strategien der Abwehr der historischen Tatsachen  
 
Erzberg-Diskurse 
 
„Volksmythen“ als Deckerzählung. 
Die Wassermanns-Sage.
 
 
Die Erzählung von der Gewalt gegen den Wassermann erscheint allerdings geradezu als Deckerzählung über die Gewalt vieler Arbeiter, Vorarbeiter, des Werkschutzes und der SS gegen Zwangsarbeiter am Erzberg, von der immerhin einige Grazer Gerichtsakten zeugen.  
 
 
Von der Homepage: 
http://gutenberg.aol.de/sagen/austria/steierma/erzberg.htm 
 
 
 
Die Auffindung des Erzberges 
 
 
Wenn man dem Lauf des Erzbaches talwärts folgt, gelangt man dort, wo der Abfluß des Leopoldsteiner Sees herabrauscht, in einer engen Talschlucht hart an der Straße zu einer grottenartigen Vertiefung im Felsen, aus der dem Wanderer ein unheimlich dunkler Wasserspiegel entgegenblickt. Hier soll es gewesen sein, wo vor vielen tausend Jahren, zu König Davids Zeiten, öfter eine sonderbare Menschengestalt aus der Höhlenflut auftauchte, um sich an der Sonne zu wärmen. Den Bergbewohnern war das seltsame Wesen, das einen schuppigen Fischleib hatte, wiederholt zu Gesicht gekommen. Sie hielten es für einen Wassermann und beschlossen, es bei nächster Gelegenheit zu fangen. Da sie fürchteten, der schlüpfrige Körper der Gestalt würde ihren Händen entgleiten, beschmierten sie einen alten Mantel mit Pech, warfen ihn dem im Schlaf überraschten Männlein über den Körper und hielten es fest. Sodann fesselten sie es an Armen und Beinen und gaben ihm zu Essen und zu Trinken, bis der Kleine, von dem ungewohnten Genuß betäubt, an eine Leine gebunden, mit ihnen talwärts ging.  
 
Als sie aber zu der Stelle gelangten, wo man zum ersten Mal den Erzberg sieht, wurde das Männchen widerspenstig und weigerte sich weiterzugehen. Es sträubte sich mit aller Kraft gegen seine Führer, geriet in Zorn und verlegte sich, als alles nichts nützte, auf Bitten und Betteln; schließlich bot es den Bergbewohnern einen hohen Lohn für seine Freilassung an.  
 
»Laß hören, was du uns bieten kannst!« meinten die Männer.  
 
Da sagte der Kleine: »So wählt euch selber aus, was ihr wollt. Ich kann euch Goldminen ein Jahr geben, Silberminen auf zehn Jahre oder Eisenminen auf immer. Aber wählet gut!«  
Ohne lange zu zögern, riefen die Männer: »Gib uns Eisenminen für immer!«  
 
»Ihr habt gut gewählt«, erwiderte der Wassermann; »seht, dort steht der Berg, der euch Eisenmetall für eine Ewigkeit spenden wird; verwendet es gut zu eurem und eurer Nachkommen Glück und Segen!« Bei diesen Worten wies er auf den nahen massigen Erzberg.  
Da gedachten die Männer zuerst die Ergiebigkeit des Berges zu erproben und erst dann das Männlein in Freiheit zu setzen, wann sie sich von der Wahrheit seiner Worte überzeugt hätten.  
Ein halbes Jahr lang bauten sie den Berg ab, an dessen Hängen das rötliche Eisenerz offen zutage lag. Und wirklich, nach dieser Zeit hatten sie so viel reichhaltiges Erz gewonnen, daß sie erkannten, das Männlein habe die Wahrheit gesprochen. Nun säumten sie nicht länger, dem Wassermann die Freiheit wiederzugeben.  
 
Sie brachten den Wassermann zu der Höhle, neben der sie ihn gefangen hatten, und versenkten ihn wieder in das dunkle Wasser der Höhle. Da bebten die Felsen ringsumher, das schwarze Gewässer farbte sich blutrot, und eine höhnische Stimme erscholl aus der Tiefe: »Um das Beste habt ihr zu fragen vergessen: um den Karfunkelstein und die Bedeutung des Kreuzes in der Nuß.« Was das Männlein damit sagen wollte, ist ein Rätsel geblieben. Man meint, daß der Karfunkelstein für die Bergleute das beste und sicherste Grubenlicht sei, das Kreuz in der Nuß aber mit der Verwendung des Kompasses im Bergwerk zusammenhängt.  
 
Der Wassermann zeigte sich von da an nicht mehr, weder in der Grotte noch im Leopoldsteiner See. Der Erzberg aber ist zum ewigen Segen für das ganze Land geworden.  
 
 
 
 
 
Kurier 26.10.99  
Erzberg-BRIEFMARKE  
Premiere für drei neue Österreich-Marken, eine davon populär, eine teuer und eine, für die sich in der philatelistische Welt vermutlich Motivsammler interessieren. Vorbezugstag ist der 29. Oktober, Ersttag der 12. November. Für die "Pummerin"-Marke (S 7,-, Aufl. 2,9 Mill. Stück) in der "Volksbrauchtum"-Serie finden eine Reihe von Festivitäten statt. Immerhin läutet die Pummerin, die zweitgrößte Glocke der Welt, mindestens zehnmal im Jahr. Die Markenausgabe ist Anlass für den Philatelistenverein St. Gabriel, am 12. und 13. November eine Briefmarkenwerbeschau im Curhaus, Stephansplatz 3, zu veranstalten. Auch der Ukrainische Sammlerverein bereitet für den Ersttag am 12. Nov. eine Schau im Postamt 1150 Wien vor. Für Reko-Briefe erscheint der bisher selten aufgelegte Wert zu S 32,-. In der Dauer-Serie "Sagen und Legenden aus Österreich" wird auf dem Markenbild eine Szene aus den vielen Sagen rund um "Die Auffindung des ERZBERGes" gezeigt. Auflage nach Bedarf. Die Tätigkeit der Geologischen Bundesanstalt in Wien ist sicherlich sehr verdienstvoll, über die Briefmarke zum 15jährigen Bestehen können sich Motivsammler freuen. Der Wert zu S 7,- erscheint mit einer Auflage von 2 Mill. Stück. Am Nationalfeiertag präsentiert sich das Bundesheer auch philatelistisch mit Werbeschauen und Ausstellungen, wo Sonderstempel abgeschlagen werden: Im Foyer der Wr. Hofburg am Sparkassenplatz in 2000 Stockerau, in der Raab-Kaserne 3512 Mautern, im Inform-Gelände 7400 Oberwart oder am Messegelände von 4910 Ried/Innkreis. Auktion: Im Hotel Stefanie, 1020 Wien, Taborstr. 12, findet am 30. Oktober die Schlosser-Briefmarkenauktion statt. Zum Ausruf kommen mehr als 2000 Lose, Schwerpunkt Postgeschichte Österreich und Europa vor allem mit Alt-Frankreich. Ein exquisiter Brief mit verschiedenfarbigen Marken der drei Österreich-Ausgaben von 1861, 1863 und 1864 wird mit 14.000 S ausgerufen. Mit dem gleichen Ruf starten nicht verausgabte Zeitungsmarken aus Montenegro 1914, die selten angeboten werden. Stark wie immer bei dieser Auktion Abstempelungen für Heimatsammler. Gerhart Pistor 
 
 

 

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Letzte Änderung am 13.06.2007