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NS-Zwangsarbeit am Erzberg (Steiermark) 
 
 
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Info 1- Landkarten

Projekt Eisenerz (2001) 
 
(D) Materialien  
 
INFO:  
LANDKARTEN EISENERZ
 
 
 
 
 
 
Legende:  
 
Münichtal 
 
Im Rahmen des Ausbaus der NS-Rüstungsproduktion gebaute Siedlung. Infos dazu in dem Buch von Weichmann: Bauen unterm Hakenkreuz (Wien 1998)  
 
„Wir wurden mittels Kraftwagen in die Seeau geführt. Dort war eine Mannschaft des Volkssturmes, circa 15 Mann mit 92 Juden, welche etwa fünf Gruben ausgehoben hatten. Von den fünf Gruben waren drei bereits voll und zugegraben. Die eine Grube war zu Hälfte voll und stand noch offen und die fünfte Grube war ebenfalls offen und leer. Bei der Übernahme waren circa noch hundert Leichen einzugraben. Das war um sechs Uhr abends. Um 23 Uhr kamen wir nach Hause. Die Juden, die dort gearbeitet hatten, nahmen wir bis zum Lager Münichtal mit und lieferten dort 91 ab. An den Leichen nahm ich war, dass sie zum großen Teil sehr viele Verwundungen hatten. Ich hatte auch gesehen, Leichen mit gespaltenen Köpfen, den Bauch offen, so dass ihnen die Gedärme heraushingen. ... Nach meiner Schätzung dürften ... in der Seeau mindestens 250 Leichen vergraben sein. (25.August 1945 Oberhauer Konrad, Volksturm. Polizeiprotokoll Eisenerz, Polizeidienststelle Eisenerz). 
 
„Die Nummerierung der Gefangenenlager hat draußen angefangen: 62, 63, 64 und in Münichtal unten waren es 65. Das waren die Gefangenenlager. Das waren Baracken. Es gibt nicht einmal Fotos davon. Da war dort das Lager 64, sehen Sie, dort wo die Gebäude stehen (Dort wo die Tankstelle steht!) Da ist die Baracke gestanden. Das waren Baracken. Sehens, da ist keine Spur von irgendetwas in dieser Richtung (Das heißt es gab 64 Lager?) Was weiß I. Irgendwo hat diese Nummerierung angefangen. Das war Lager 63, auf dieser Wiese da. Also nix zu sehen. Nur noch frei. Alles andere ist verbaut (Wie viele waren da?) Wie viele Gefangene da gewesen waren, des woas i net. Des dürften schon ein paar Tausend gewesen sein“ (Herr F).  
 
 
Leopoldsteiner See:  
 
In der Nähe steht das ehemalige „Schloß“ von Göring. Ebenfalls in der Nähe jsind die von Eisenerzern ermordeten ungarischen Juden begraben.  
 
„Der Judenfriedhof in Eisenerz, der ist herrenloses Gut, der gehört niemand ...Kein Mensch ist verantwortlich... Wissen Sie, wer das errichten hat lassen. Die Juden! Ich hab ja immer wieder die Gemeinde und verschiedene Stellen angebohrt ... Und wenn ich nach Graz fahr ... da bin ich dann immer wieder zur israelitischen Kultusgemeinde hingegangen und hab hier gesagt, bohrts hier an beim Land Steiermark, dass das was gemacht wird ... und so ist dieser Friedhof voriges Jahr generalrestauriert worden. Und ist voriges Jahr wieder eröffnet worden. Und bei dieser ... Neueinweihung sind die gesamten Schuldirektoren eingeladen worden von Eisenerz, und ich auch .... Wer glauben sie wer dort war. Der katholische Priester und ich. Kein Schuldirektor. Niemand.“ (Herr X).  
 
Auf dem Weg Richtung Trofeng:  
 
Hier waren die Lager 65, Lager 60, Lager 64, Lager 63, Lager 62, Lager 61 (direkt neben Wohnhäusern).  
 
Präbichl:  
 
Bereits 1940 hatte man Juden aus Wien nach Eisenerz verschleppt, wo sie als Zwangsarbeiter die Straße über den PRÄBICHL errichten mussten. Herr X: „Diese neue Präbichlstraße, die haben die Juden zum bauen angefangen, die im Gsoll im Lager waren. Aber nicht mit einem Bagger oder eine Schubraupe, mit einer Scheibrube, mit einem Krampen und einer Schaufel.“  
Die ersten „Fremdarbeiter“, in der Folge auch Zwangsarbeiter sind bereits 1939 gekommen. Sie sind in den verschiedenen Lagern um den Präbichl stationiert gewesen. 1945: SA-Mann Krenn zu seinen Leuten: „Passt auf, wir werden am Präbichel morgen 3.000 Juden empfangen, aber nach Eisenerz dürfen nur noch 2.000 obi kummen.“ Herr X: „Wenn ich ihnen sage, bei meinen Forschungen zum Todesmarsch der Juden, da sind 270, 280 Juden in der Gsau exhumiert worden, weil dort sind sie verscharrt worden, nachdem sie am PRÄBICHL ermordet worden sind. Ich war in der Gemeinde, ich war im Museum, ich war auf der Gendarmerie. Wenn soviel Leute exhumiert werden, dann muß doch ein Gendarmerieprotokoll, die Gesundheitsbehörde und was weiß ich was alles auflegen . Überhaupt nichts hier. Überhaupt nichts ist hier!“.  
Auf der Rückseite des Erzberges sollte ein Vernichtungslager mit Gaskammer entstehen. „Die hatten vor, Menschen herzubekommen, auf dem Gleis den Zug hereinschieben, des ist der Zug am Präbichel hinauf ... den Zug da einschieben. Die steigen da aus, gehen in das Lager ein, und gleichzeitig in die Gaskammer ... „. „Das ist die Eisenbahn... Des wäre hier gewesen.. Das ist unter dem Sturz drinnen... Auf der Höhe Feisterwiese. Das ist etwas höher als 1000 Meter. Schauen Sie das war die Eisenbahn, da war da herunten. Dort ist eine Wasserstelle gewesen. Und dann geht die Bahn rauf und geht durch den ERZBERG durch, da geht der Tunnel durch. Da herüben ist die Erzbergstation und da heroben am Präbichel .. da war ein Teil des Lagers und da ist noch das 59er Lager gewesen am Präbichel.“ (Herr X, siehe unter Recherche/O-Töne). 
 
 
Krumpental:  
 
„Da unten befindet sich das Krumpental, der älteste Eisenerzer Ortsteil, da unten geht es in die Eisenerzer Ramsau. Wir fahren jetzt hinunter, zu unserer tiefsten Abbauetage, der Etage `Zirkus´, sie hat ihren Namen daher, weil die anderen Etagen, von der Etage Zirkus abgehen, wie die Stufen in einer Manege. Auf der Etage `Zirkus`, da liegt auch unser ERZBERGSEE, er ist zwölf Meter tief .“ (Touristenführung).  
 
Es soll im Krumpental ein schwerbewachtes Lager gegeben am Hochofen? „Ja doch, es gab am im Krumpental einen Hochofen. Da ist auch noch ein Lager gewesen, da waren Franzosen drinnen. Beim Hochofen ist das Lager 65 gewesen, in der Nähe, an der Hauptstraße in Münichtal da herunter. Das Lager 65 ein ganz normales Gefangenenlager. Und eines möchte ich dazu sagen: Sie haben erstens die Zusatzkarte gehabt, alle Arbeiter haben ja nach Schwere der Arbeit Zusatzkarten gehabt. Und die haben die Gefangenen genauso gehabt. Die haben dann am ERZBERG oben, in den Kantinen, die es damals gegeben hat, ihr halbes Laiberl Brot geholt, ihr Stück Wurst und so weiter.“ (Herr F). 
 
Die Gruppe der Leute, die also durch die Straße getrieben wurde, ich schätze es waren also 25 bis dreißig Leute. Aber unauslöschlich in Erinnerung hat man also das Bild, wenn also die Wachebeamten auf einen der in der Kolonne mitmarschierenden und vielleicht zur Seite ausweichenden Leute eingeschlagen haben. .... Es ist ein Seitenbereich der Stadt Eisenerz, das sogenannte Krumpental, das sich zum ERZBERG hinzieht, wo also der Hauptzugang zum ERZBERG war, und durch die .... öffentliche Straße sind die Leute getrieben worden. Alle haben das gesehen. Na ja, man hat das Gerechtfertigt, das sind Partisanen, und die haben vielleicht den einen oder anderen von unseren Angehörigen. (Josef Eigner, Wien, Zeuge Jehovas) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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Letzte Änderung am 2.09.2002