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NS-Zwangsarbeit am Erzberg (Steiermark) 
 
 
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(E) Das „Projekt Eisenerz“ 
Teil I 
Recherche, Seminare, Exkursion, Ausstellung (2000/2001)
 
 
Was bewirkt wurde:  
 
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In der Region  
 
 
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(Beschreibung folgt) 
 
 
 
 
 
Projekt Eisenerz, Teil I (2001)  
Öffentliche Kommentare 
 
Presse (Österreich)  
 
 
 
 
 
DER STANDARD, 12. März 2001 
Der Hamburger Journalist Günther Jacob (oben links) organisierte gemeinsam mit dem Historiker Walter Dal-Asen (rechts) die Exkursion ins Gebiet des ehemaligen KZ Eisenerz, von dem Dal-Asen noch ein Foto aufbewahrt (Bild rechts). Foto & Repro: Elmar Gubisc 
 
 
 
STEIERMARK 
Eine Exkursion als Lektüre kollektiver Gedächtnisspuren  
Einer, der nicht vergisst, zeigt stumme Mahner im tauben Gestein 
 
 
STANDARD-Mitarbeiterin Colette Schmidt 
 
 
Eisenerz - "Hier sind sie gelegen. Wer Glück gehabt hat, war tot, die anderen sind schwer verletzt liegen geblieben", erzählt ein älterer einheimischer Herr mit Wanderhut. Seine Zuhörer haben sich am Präbichl um ihren Bus versammelt und hören dem Eisenerzer Walter Dal-Asen aufmerksam zu. 
Die Sonne scheint. Der Schnee glitzert. Im Hintergrund hört man das gleichmäßige Surren eines Skiliftes. Gegenüber lädt das Gasthaus "Alpenrose" zum Verweilen. Die Grazer Gruppe von Historikern, Künstlern und Journalisten nutzt den ersten Stopp auf ihrer - vom Hamburger Journalisten Günther Jacob und dem Forum Stadtpark organisierten - Exkursion in die Region Eisenerz für eine Rauchpause. 
"Jeder, der mir einen Juden erschießt, meldet sich bei mir und bekommt dafür eine Zigarette", hat der Eisenerzer SA-Mann Krenn, so erzählt Zeitzeuge Dal-Asen, den Eisenerzern 1945 zugerufen, als 3000 Juden auf dem Todesmarsch über den Präbichl hinunter nach Eisenerz getrieben wurden. Von den 3000 "dürfen nur noch 2000 obikummen", hatte Krenn seinen Leuten erklärt, die dann in die Menge schossen.  
Ein Massaker, von dem heute niemand mehr spricht. Genauso wenig wie über den Friedhof neben dem Leopoldsteiner See, wo gegenüber vom ehemaligen Jagdschloss Görings jene etwa 300 ungarischen Juden begraben liegen. Auf einem Grundstück, zu dem nicht einmal ein Weg führt.  
Dal-Asen am Friedhof: "Oft hab' ich hier schon junge Menschen gefragt, ob sie denn wüssten, was hier los war und was das (Anm.: der Friedhof) ist, aber die haben alle keine Ahnung. In der Schule hören sie auch nix darüber." Auf dem Gedenkstein auf dem Massengrab steht als letzte Zeile eines Gedichtes in Hebräisch, Deutsch und Ungarisch "Stumme Mahner seid ihr!"  
Stumm waren hier aber auch alle anderen. Nur einer spricht, forscht, sucht und sammelt: Walter Dal-Asen, der als Zeitzeuge mitten unter den Eisenerzern lebt und unbefangen und mutig über die dunkle Vergangenheit erzählt. "Das Besondere an ihm ist", so Günther Jacob, "dass er ein Erzähler der Tätergesellschaft ist." Einer, der persönlich nichts davon hat, wenn die Vergangenheit zutage gefördert wird.  
"Verschwundenes" KZ  
Walter Dal-Asen besitzt ein Archiv, um das ihn Historiker beneiden: Dokumente, Fotos, Protokolle. So ziemlich alles, was nach dem Krieg in dieser Region nicht verschwunden ist. Ver- schwunden ist sogar ein ganzes Konzentrationslager samt Gaskammer und Krematorium im Erzberg, das man in den 50ern mit taubem Gestein buchstäblich zugeschüttet hat. Das "K-L. Eisenerz" oder auch KZ Fiestawiese ist im Rapportbuch des KZ Mauthausen erwähnt und diente von Juni 1943 bis 14. 3. 1945 als Außenstelle. Weniger als die Hälfte der 527 Häftlinge haben überlebt. Die Gaskammer wurde nicht mehr in Betrieb genommen, da das Kriegsende schneller kam, als die Nazis gedacht hatten. Auch die Gleisstrecke, die direkt nach Mauthausen führen sollte, wurde nicht fertig gestellt. 
Daneben gab es aber in Eisenerz noch fünf Lager für Zwangsarbeiter und ein extra Lager für 600 bis 800 Wiener Juden, die bis 1941 im "geschlossenen Arbeitseinsatz" waren. Der Erzberg war einer der wichtigsten Lieferanten der reichsdeutschen Rüstungsindustrie und wurde 1939 Teil der "Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring". 
Dort wo in den 90ern ein "Erlebnis-Schaubergwerk" entstand, wurden Tausende Menschen gequält und ermordet und ihre Leichen verschart oder verbrannt. Den Touristen erzählt man freilich lieber vom sagenhaften Wassermann im Berg und von den Römern, die, so Dal-Asen, "in Wirklichkeit nie am Erzberg waren", als von der weit jüngeren Geschichte der Region - von Zeiten, in denen tagelang der Geruch von verbrannten Menschen über dem Tal lag. 
Das Projekt "Steirisches Erz" wird im Forum Stadtpark mit einem Seminar (7. April) und einer Ausstellung im Juni 2001 fortgesetzt.  
© DER STANDARD, 12. März 2001 
 
 
 
Salzburger Nachrichten 
http://www.salzburg.com/sn/01/06/23/oesterreich-30330.html 
 
Aufarbeitung verdrängter Geschichte  
Der Erzberg:  
steirischer Brotlaib wurde er einst genannt. Jetzt, wo die Tage des Abbaues gezählt sind, dient er als Kulisse für Event-Tourismus und disneyartige Stollenführungen. Bei der Vermarktung des steirischen Wahrzeichens wird die Geschichte des Berges während der Nazizeit geflissentlich ausgeklammert.  
Licht in das  
historische Dunkel bringt hingegen das vom Grazer Forum Stadtpark ins Leben gerufene Projekt "Steirisches Erz". Seit mehr als einem Jahr setzen sich Künstler und Zeithistoriker mit dem Umstand auseinander, dass auf dem Erzberg in der NS-Zeit Hunderte Menschen Zwangsarbeit verrichten mussten. "Wir verstehen das Projekt als Lektüre kollektiver Gedächtnisspuren", erklärt Hermine Grabner vom Forum Stadtpark.  
Die Arbeit  
der Kunstschaffenden und Wissenschafter stößt in Eisenerz nicht auf ungeteilte Zustimmung. Etliche wollen "ihre Ruhe", wollen nicht an das Konzentrationslager in ihrer Heimatstadt erinnert werden, das in den 50er Jahren unter einem hohen Schüttkegel aus taubem Erzgestein quasi begraben wurde. "Damit wurde auch die Erinnerung an das nationalsozialistische System zugeschüttet", erklärt der Historiker Heimo Halbrainer.  
Grundlage für  
das Projekt "Steirisches Erz" sind die Recherchen des Bergmannes und Heimatforschers Walter Dall-Asen sowie des deutschen Journalisten Günther Jacob. Demnach gab es in Eisenerz ein Lager für 600 bis 800 Wiener Juden, die bis 1941 "im geschlossenen Arbeitseinsatz" Zwangsarbeit verrichten mussten. Später wurden knapp 5000 Zwangsarbeiter und an die 800 Kriegsgefangene gezählt.  
Der Erzberg  
fungierte in der NS-Zeit als einer der wichtigsten Lieferanten der reichsdeutschen Rüstungsindustrie. Die Erzproduktion von rund 1,8 Millionen Tonnen jährlich machte fast ein Viertel der Gesamtförderung aus. Im Jahr 1939 kamen die ersten 300 polnischen Arbeitskräfte zum Erzberg, wo mittlerweile die "Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring" gegründet wurde. Hermine Grabner: "Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurden Tausende unter furchtbaren Bedingungen ausgebeutet: Zwangsarbeiter aus vielen Ländern, auch KZ-Häftlinge aus Mauthausen."  
"Steirisches Erz"  
lenkt auch den Blick auf andere verdrängte Gräueltaten, etwa einen Todesmarsch der Juden über den Präbichl. Künstlerische Reflexionen zu den tragischen, bislang wenig erforschten Vorgängen sind unter dem Titel "Akte Erzberg" bis 8. Juli im Forum Stadtpark zu sehen.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
http://www.popo.at/archive/2001_03_25_index.ekis 
Dienstag, 27. März 2001 
Zugeschüttete Vergangenheit - Das Erlebnisbergwerk am KZ 
Am Steirischen Erzberg, damals Teil der „Reichswerke Hermann Göring“ und heute Eigentum der Voest Alpine, wurde in der österreichischen NS-Zeit mittels Zwangsarbeit das Erz für die Kriegsproduktion im ganzen Teutschen Reich gewonnen. Der damals geschaffene Industriekomplex hat nach 1945 wesentlich dazu beigetragen, dass der österreichischen Staat zu einem der reichsten der Welt wurde. 
Das "Projekt Eisenerz" will die Perzeption dieses Faktums beleuchten, TäterInnen vor und nach 1945 benennen und vor allem diese historischen Tatsachen einer interessierten Öffentlichkeit näher bringen - da ist der Erzberg, der einst ein Konzentrationslager enthielt, das zugeschüttet wurde und der Ort in dem das damalige Jagdschloss von Hermann Göring steht und jener in dem beim Todesmarsch über den Präbichl 300 Jüdinnen und Juden erschossen wurden. Und vor allem ein Erlebnisbergwerk, das in den 90er Jahren entstand. 
Dort wurden Tausende Menschen gequält - bis zu 65 Nebenlager soll es gegeben haben, und wie viele der zeitweise über 7000 ZwangsarbeiterInnen dabei ums Leben kamen, liegt derzeit noch völlig im Dunkeln. Den TouristInnen erzählt man freilich lieber vom sagenhaften Wassermann im Berg und von den Römern, die in Wirklichkeit nie am Erzberg waren, als von der weit jüngeren Geschichte der Region - von Zeiten, in denen Tagelang der Geruch von verbrannten Menschen über dem Tal lag... 
 
Dateiformat: Rich Text Format - HTML-Version 
... den ersten teil einer trilogie von ausstellungen dar: im juni folgt. 
steirisches erz zum beitrag der zwangsarbeit am erzberg zur. ...  
www.aktuellekunst-graz.at/2001/presse/texte/forum.rtf - Ähnliche Seiten  
 
e.journal - Literatur Primaer: Krahberger - Prebichl 
... Errichtung des sogenannten Südostwalls Zwangsarbeit zu leisten hatten, wurden ... Pensionierung 
beschäftigt am Steirischen Erzberg, hat über Jahrzehnte hinweg ...  
ejournal.thing.at/ejournal/Essay/grauen.html - 25k - Im Archiv - Ähnliche Seiten  
[PDF] NS-Herrschaft in Österreich und 2. Republik Österreich bis ...  
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat - HTML-Version 
... in OÖ. 5. Österreichs Wirtschaft 1938-1945: regressive Modernisierung und Zwangsarbeit 
6. Ausgrenzung, Vertreibung, Vernichtung von Juden, Sinti/Roma und ...  
www.pa-linz.ac.at/institut/gspb/NS-Herrschaft.PDF - Ähnliche Seiten 
 
 
 
http://mailman.t0.or.at/pipermail/announce-list/2001-March/000121.html 
Presseerklärung 
forum stadtpark 
März 2001 
 
 
Steirisches Erz - Eine politische und künstlerische Lektüre kollektiver 
Gedächtnisspuren am Beispiel der NS-Zwangsarbeit am Erzberg 
mit Günther Jacob, Hamburg 
 
Eintägige Bus-Exkursion nach Eisenerz 
Samstag 10.3. 2001, Abfahrt 9:00 Uhr, forum stadtpark, Rückkehr 18.30 
Uhr 
 
 
 
Hinfahrt: Einführung zum Projekt und zur NS-Zwangsarbeit von Günther 
Jacob, Referat von clio, Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit; in 
Eisenerz: Rundgang mit Walter Dal-Asen, pensionierter Betriebsrat in 
Eisenerz und ortskundiger Privat-Historiker (Stadt Eisenerz, 
verschwundene Lager, jüdischer Friedhof), Rückfahrt: Audio und 
Videoinformationen 
 
 
BEGRENZTE TEILNEHMER/INNEN/ZAHL!!! UNBEDINGT ANMELDEN BIS SPÄTESTENS 
5.MÄRZ 2001!!!! via email: forum@mur.at oder tel.: 43/664/827734 
 
 
 
Das Projekt erfolgt in 3 Schritten: 
 
Exkursion, Samstag, 10. März 2001, 9.00 bis 18.30 Uhr 
Internes Seminar, Samstag, 7. April 2001 
Ausstellung mit Beginn Juni 2001 
 
 
 
Mit dem Projekt "Steirisches Erz", beginnt das Forum Stadtpark eine 
historische und künstlerische Auseinandersetzung mit der Erinnerung an 
die NS-Zwangsarbeit in der Region. Als konkretes Beispiel wurde die noch 
wenig erforschte NS-Zwangsarbeit am Erzberg in den Steirischen Alpen 
gewählt. 
 
Im April 1938, nur wenige Wochen nach dem Anschluss Österreichs an das 
Deutsche Reich, hatte Hermann Göring in Linz den Entschluss zur 
Errichtung der Hermann-Göring-Werke bekannt gegeben. Im nun "Ostmark" 
genannten Österreich sollten neue industrielle Großprojekte der 
Aufrüstung entstehen und Investitionen in die Energiegewinnung aus 
Wasserkraft sollten die deutschen Kohlengruben entlasten. 
 
Besonders wichtig war den NS-Kriegsplaner der steirische Erzberg, wo 
damals fast ein Viertel der reichsdeutschen Erze gewonnen wurden. Ab 
Dezember 1939 wurden am steirischen Erzberg die ersten "Fremdarbeiter" 
eingesetzt. Am Ende wurden dort Tausende unter furchtbaren Bedingungen 
ausgebeutet: Zwangsarbeiter aus vielen Ländern, Kriegsgefangene und 
KZ-Häftlinge aus Mauthausen. 
 
Der Erzberg ist ein Gedenkort, allerdings kein offizieller; ganz im 
Gegenteil. Die ökonomisch desolate Situation der schrumpfenden Gemeinden 
rund um den Berg, führt dazu, dass die "Lokalgeschichte" nun mittels 
Event-Tourismus (Motorradrennen, HipHop-Konzert im Juli) umcodiert wird. 
An die Zwangsarbeitslager rund um den Berg und an die Existenz eines 
werkseigenen Konzentrationslagers direkt neben den (heute 
verschwundenen) Hochöfen wird an keiner Stelle erinnert. 
 
Dennoch hält dieser Ort materielle Relikte fest, die das Projekt 
"Steirisches Erz" zu Elementen einer neuen Erzählungen zusammenfügen 
möchte. Die abgebrochene und nur noch in Spuren zu fassende gewaltsame 
Vernutzung von Arbeitskraft kann und soll wieder sichtbar gemacht 
werden. 
 
Die Frage nach dem Erinnern führt ins Zentrum der Kulturentwicklung. 
Hierzu gehört neben den erwähnten ökonomischen Dimensionen auch der 
damit einhergehende politisch-kulturelle Zusammenhang zwischen damals 
und heute. Neben der materiellen Tradierung des Nationalsozialismus 
(Stichwort: Bärental) ist hier auch dessen psychische intergenerationale 
Tradierung zu beachten ? die emotionalen Verpflichtungen der Kinder und 
Enkel gegenüber der Tätergeneration. 
 
Das Projekt "Steirisches Erz" macht diese Vergangenheit zu einem 
gegenwärtigen Ereignis. Das "Vermächtnis der Vergangenheit", das in 
Wirklichkeit eines der Gegenwart ist, soll sinnlich erfahrbar werden, 
was "kundige Augen" erfordert, die mit den Relikten etwas anfangen 
können. Aus der von uns zu erstellenden Chronologie wird eine Topologie 
der Geschichte, die man durch Rundgänge abschreiten kann. 
 
weitere Informationen auf der forum-homepage: forum@mur.at 
Konzeption: Günther Jacob, guentherjacob@yahoo.de 
Organisation: Hermi Grabner, Michael Zinganel, 
Selma Gubensäk. 
 
 
http://www.kultur.at/xxx/luef/texte/luef03.htm 
2001 
 
Epitaph 
...eine musikalische Grabinschrift in 6 Teilen... 
Von Berndt Luef  
Die Komposition "Epitaph" entstand unter dem Eindruck des Projekts "Akte Erzberg" des Forum Stadtpark und im Speziellen die damit verbundene eindrucksvolle Exkursion nach Eisenerz im Frühjahr 2001. Ausgehend von den Recherchen des Hamburger Journalisten Günther Jacob und den Erinnerungen des privaten Zeitarchivars Walter Dall?Asen beschäftigt(e) sich eine Reihe von KünstlerInnen, JournalistInnen und ZeithistorikerInnen unter der Projektleitung von Hermi Grabner, und Michael Zinganel mit der Geschichte dieses Ortes während der nationalsozialistischen Diktatur, die bei der laufenden Tourismusinitiative absolut negiert wird. "Man soll die Vergangenheit ruhen lassen" ? aber nur diese Vergangenheit von 1938 bis 1945, denn die andere wird gerne in den Broschüren erwähnt (und stimmt eigentlich nicht, da z.B. die Römer niemals Eisen am Erzberg gewonnen haben) Die Alpine Montan AG gehörte damals zu den "Herrmann Göring Werken" und war einer der wichtigten Betriebe der Rüstungsindustrie der Nazis. Da der Arbeitsaufwand mit Einheimischen natürlich nicht vollzogen werden konnte gab eine immer größer werdende Anzahl von Zwangsarbeitern, die unter unmenschlichsten Bedingungen im und am Erzberg arbeiten mußten und in insgesamt 6 großen Lagern untergebracht waren. 
Ein besonders trauriges Kapitel war die Ermordung von 300 ungarischen Juden, die im März 1945 bei ihrem Todesmarsch von der ungar. Grenze nach Mauthausen auch über den Präbichl getrieben wurden. Der SA Führer Krenn hat damals seinen Männern vom Volkssturm gesagt: "Jeder der einen Juden erschießt, bekommt eine Zigarette von mir..." Überlebende dieses Todesmarsches haben in Eisenerz in der Nähe des Leopoldsteiner Sees einen Friedhof errichtet, zu dem bis heute (!!!) noch kein Zugang errichtet worden ist ? er steht mitten in einer Wiese und die oft fußballspielenden Kinder wissen meist nicht, was dieser Friedhof mit seiner fremden Schrift darstellt. 
Viele der Informationen sind dem Privatmann Walter Dall Asen zu verdanken, der die Geschichte nicht auf sich beruhen lassen wollte und ein eigenes Archiv über diese Zeit angelegt hat (ein "offizielles" Archiv ist aus "ungeklärten" Anlaß Ende der 40er Jahre in Flammen aufgegangen...) 
Komposition: Berndt Luef / für das Jazztett Forum Graz (UA.: 21.06.2001, Forum Stadtpark Graz). Das Jazztett Forum Graz spielte bei der Uraufführung am 21. Juni 2001 im Forum Stadtpark in folgender Besetzung: 
Axel Mayer: trumpet & flügelhorn / Christoph Wundrak: trumpet & euphonium / Mathias Auchter: sopran -& altosax , flute / Klemens Pliem: sopran -& tenorsax , flute / Thomas Rottleuthner: baritonsax & bassclarinet / Thorsten Zimmermann: bass / Dusan Novakov: drums / Berndt Luef: vibraphone 
 
http://www.kulturgelaende.at/kunstfehler/ShowArticle.asp?AR_ID=1251&KF_ID=61 
 
Der Hamburger Publizist Günther Jacob, der vor einigen Jahren wiederholt als fachkundiger Referent und DJ im Kulturgelände Nonntal wirkte, forscht derzeit an einem spannenden zeitgeschichtlichen und leider sehr österreichischen Thema. Das »Eisenerz-Projekt«, veranstaltet vom Forum Stadtpark, behandelt die NS-Zwangsarbeit am steirischen Erzberg. Die Ergebnisse der Recherchen sollen mittels historiographischer, politischer und künstlerischer Zugänge bearbeitet werden. Ein ambitioniertes Vorhaben, das zahlreiche, wenig diskutierte Fragen, etwa die Probleme mit den Erinnerungsdiskursen, behandeln möchte. Die gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen sollen in ein Symposium, eine Buchdokumentation, verschiedene politische und künstlerische Arbeiten, sowie in eine Ausstellung münden. Für alle, die etwas zum Thema beitragen können bzw. interessiert sind, mehr dazu auf der empfehlenswerten Website: forum.mur.at/erz 
-Doc- 
 
 
Projekt Eisenerz, Teil I (2001)  
Öffentliche Kommentare 
 
Internet  
 
 
 
Hier: „Korso“ – Server von „Die andere Steiermark“ (Juni 2001) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
06 / 2001 
FORUM: Erzberg – Mythos und Verdrängung Die ökonomisch desolate Situation der Gemeinden rund um den Erzberg führt zu einer „Disneyfizierung“ der Region: Event-Tourismus mit aufwändigen Multimedia-Installationen ist angesagt. Doch unter den vielen Geschichten über das Bergmannsleben, die den TouristInnen erzählt werden, ist keine einzige über die Jahre 1938 bis 1945.  
Denn dies würde vermutlich die tourismusförderliche Mythenbildung stören: Schließlich schufteten in den genannten Jahren bis zu 5000 ZwangsarbeiterInnen und 2000 Kriegsgefangene im Erzabbau und hielten so die kriegswichtige Produktion aufrecht. Neben den Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlagern existierte am Erzberg von Juni 1943 bis März 1945 eine Außenstelle des KZ Mauthausen mit über 500 Häftlingen, von denen weniger als die Hälfte überlebte. Und unter den Abraumhalden an der Rückseite des Berges liegt ein Vernichtungslager mit Gaskammer, das offenbar wegen der näher rückenden Front nicht mehr „in Betrieb“ genommen wurde – gleichermaßen als Symbol dafür, wie sich die lokalen NS-Größen und ihre Mitläufer durch das „Zuschütten“ aus der Verantwortung stehlen konnten: Nahezu alle Belege über die Ereignisse dieser Periode am Erzberg sind verschwunden, mussten die MitarbeiterInnen des historisch/künstlerischen Projektes „Steirisches Erz“ feststellen. Was sie dennoch sichern und festhalten konnten, präsentieren sie am Donnerstag, dem 21. Juni ab 19.30 im Forum Stadtpark – als Vorschau auf die Ausstellungen VOR ORT. Die „Vorschau“-Ausstellung im Forum ist bis 8. Juli zu sehen. Eine äußerst informative Website (http://forum.mur.at/erz) bietet einen umfassenden Überblick über das Projekt, seine Zugänge und Ergebnisse.  
 
 
Anmerkung: Diese Homepage wurde im Herbst 2001 vom „Forum Stadtpark“ aus dem Netz genommen. Zum Hintergrund: siehe „Teil II“ 
 
 
 
 
 
 
 

 

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Letzte Änderung am 4.09.2002