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NS-Zwangsarbeit am Erzberg (Steiermark) 
 
 
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Links 8 - Zwangsarbeit in der "Ostmark"

Projekt Eisenerz 
Februar 2001 
 
(D) Materialien  
 
LINKS 
ZWANGSARBEIT IN ÖSTERREICH
 
 
 
 
 
Wichtigste Quelle: 
http://www.historikerkommission.gv.at/deutsch_home.html 
 
 
Florian Freund und Bertrand Perz: Die Zahlenentwicklung der ausländischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen auf dem Gebiet der Republik Österreich 1939 - 1945 
Mark Spoerer: Schätzung der Zahl, der im Jahr 2000 überlebenden Personen, die auf dem Gebiet der Republik Österreich zwischen 1939 und 1945 als Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen eingesetzt waren  
 
 
 
Außerdem  
 
http://www.brg-schoren.ac.at/Material/Reini/NS/Zwangsarbeit.html#Zwangs 
 
Zwangsarbeit in Österreich 
 
 
Übersicht:  
· Definition  
· Zwangsarbeit während des zweiten Weltkrieges  
· Betriebe mit polnischen Zwangsarbeitern  
· Zwangsarbeit in der Landwirtschaft  
· Arbeitskräfte in der Bauwirtschaft  
· Ordentliche Beschäftigungspolitik und deren Folgen  
· Der Preis der Vergangenheit  
Augenzeugenbericht 
 
 
3. Ordentliche Beschäftigungspolitik und deren Folgen:  
 
Die "Vereinigung der durch das dritte Reich geschädigten Polen" legen eine umfangreiche Dokumentation über die Arbeit die ihre Landsleute, bei der Industrialisierung Österreichs gespielt haben vor. Diese Aufbauleistung war jedoch keine freiwillige. Die Polen, die zwischen 1938 und 1945 in den österreichischen Stahlwerken und Panzerschmieden, aber auch in kleineren Privatunternehmen und auf den Feldern der Bauern arbeiteten, waren alle insgesamt Zwangsarbeiter. Die Nazis ließen in Österreich gigantische Industrieanlagen bauen, aber „aufgrund“ des Krieges waren kaum Arbeitskräfte vorhanden. In den Stickstoffwerken, in Ranshofen und am Erzberg waren zeitweise mehr als zwei Drittel der gesamten Belegschaft Zwangsarbeiter. Auch auf den großen Kraftwerksbaustellen und in den Steyr Werken stellten sie die Mehrheit.  
Vieles an Know –how, Maschinen sowie großindustrielles Denken und Produzieren, das es im Österreich der Zwischenkriegszeit nicht gab, hat Österreich Hitlers Industrialisierungspolitik zu verdanken und damit auch den ausländischen Zwangsarbeitern, ohne die all das nicht möglich gewesen wäre. Der Nachkriegswohlstand ist also auch eine Folge der Zwangsarbeit.  
5. Augenzeugenbericht  
 
Aus dem Tagebuch des Jerzy Slazak, der als 15jähriger zur Arbeit in die Linzer Hermann – Göring – Werke deportiert wurde.  
Er wurde als 15jähriger aus Polen weggebracht. Sein Vater fragte sich: "Er ist doch erst 15 Jahre alt geworden, welche Arbeit wollen sie von ihm verlangen?"  
Nach der brutalen Behandlung während der langen Bahnfahrt stieß die mitten durch Linz geführte Gruppe der erschöpften und verängstigten Polen auf freundliche Menschen die sie sogar fragten woher sie kommen. Welche Realität auf sie wartete erkannten sie bald. Anstehen vor dem Lagerbüro, Marsch zu den Baracken, erstaunen über abgemagerte Lagerinsassen... Und dann das erste Essen. Sie bekamen eine Suppe und ein Stück Brot, aber das füllte ihren leeren Magen nicht, sie hätten das doppelte Essen können und es wäre nicht zu viel gewesen.  
Nach kurzer Anlernzeit begann die Arbeit in den Eisenwerke Oberdonau. Aufstehen um 4 Uhr 30, dann 45 Minuten Fußmarsch in die Fabrik. Arbeitsantritt der 12 – Stundenschicht erfolgte um 6 Uhr, Mittags hatten sie 45 Minuten Mittagspause. Die Zwangsarbeiter waren alle zu Tode erschöpft, es kam vor das manche auf dem Klo einschliefen. Die SS Wachen haben sie entweder mit herunter gelassener Hose zurück an die Maschine gebracht, oder sie wurden mit dem Gewehr vom WC - Sitz herunter geprügelt. Je härter die Arbeit war desto mehr sehnten sie sich nach ihren Familien. Mitte 1943 verschärfte sich das Arbeitstempo. Pro Schicht mußten zwölf Panzer produziert werden, die Schichten dauerten 14 bis16 Stunden. Der Sonntag war noch frei, die Buben konnten sich noch frei in Linz bewegen. Ab dem Herbst im Jahr 1943 galt dann eine 7 – Tage – Woche mit zwölf Stunden Schichten.  
Wenn einem Arbeiter eine Maschine kaputt ging, wurde er wegen Sabotage der Gestapo übergeben, diese prügelten die Zwangsarbeiter oft ohnmächtig. Sehr viele Menschen gingen an dieser Arbeit zu Grunde.  
 
 

 

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Letzte Änderung am 1.09.2002